• Birdie

Queen of Shops

Aktualisiert: Juni 4

Als Teenager begleiteten meine Schwester und ich unseren Vater oft auf Geschäftsreise nach Italien. In Florenz setzte er uns bei den Uffizien ab, um zu arbeiten. Kein Mensch käme heute auf diese Idee! Später bevorzugten wir Boutiquen statt Museen: Verdientes setzten wir in Kleider, Schuhe, Handtaschen um.


Diese Auswahl gab es bei uns nicht: Benetton, Tomato, Fiorucci, kleine Märkte, Boutiquen. Ich kam zu meiner ersten Matrosen-Jacke mit Epauletten im Stil Napoleons. Sie war teuer. Bis der Kauf zustande kam, war die harte Arbeit dreier Frauen nötig: Schwester, Verkäuferin und ich bearbeiteten meinen Vater bis er kapitulierte. Ich belohnte es mit langem Tragen bis sie auseinander fiel.


Heute kaufen wir online, denken beim Bestellen ans Rücksenden. Die Rücksendepapiere liegen ganz oben, griffbereit zum Ausfüllen. Wir wählen mit einem Klick, bestellen, bezahlen, warten.


Wir kaufen, weil wenige verfügbar sind, weil andere kaufen, weil wir Angebote bekommen, weil Sale ist, und Sale ist fast immer. Seit Anfang 2000 kaufe ich online. Erst auf Ebay, dann folgten erste Gehversuche bei Net-à-Porter: Hunter-Stiefel, eine bestickte Bluse. War ich eine Pionierin? Ich weiss es nicht. Ich weiss aber sicher, dass ich nicht aus Preisgründen, sondern wegen des Angebotes kaufte.


Es ging nicht um Online-Shopping. Ich machte aus der Not eine Tugend. Wo ich arbeitete, war ich Shopping Queen. Ob das gut oder schlecht war? Das Foto bei Living Dreams in Mallorca entstand bei einem Ausflug mit meiner Schwester. Wohnen; ihre Passion, Kleidung, Accessoires, Handtaschen, meine.


Warum ich heute gezieltes Kaufen vorziehe? Es ist die Zeit. Mehr dazu später.






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