• Birdie

Hohe Preise machen glücklich

Aktualisiert: Juni 4

Der Homo Oeconomicus ist auf der ständigen Suche nach guten Angeboten. Kunden reagieren bei roten Preisen wie Pawlowsche Hunde. Diese assoziierten Schritte mit Futter was Speichelfluss auslöste. Rot löst bei uns ähnliche Reflexe aus, rote Preise assoziieren wir mit Preisnachlass. Rot öffnet das Scheunentor des Konsumverlangens und lässt uns kaufen.


Heute funktioniert der Mechanismus immer weniger verlässlich, Kunden sind ermattet, weil sie von Angeboten geflutet werden. Die Magie der roten Preise verblasst. Es braucht immer mehr, uns kaufen zu lassen. Preise fallen in atemberaubendem Tempo. Früher wurde Sale mit Spannung erwartet, Websites brachen ob dem Ansturm zusammen. Es gab ihn auch im Netz nur zu bestimmten Zeiten.


Heute ist fast immer und überall Sale. Ein immerwährendes Paradies? Mitnichten. Viel kaufen heisst nicht automatisch viel bekommen, nicht viel Freude, nicht viel Glück. Im Gegenteil. Der ewige Fokus auf den Preis, stumpft uns ab, verhindert den Blick auf das Wesentliche, das Produkt. Wollen wir es wirklich oder begehren wir es, weil der Preis tief ist? Am Ende ist nur nichts kaufen günstig.


Darum plädiere ich für den qualitativen Kauf: Weniger ist mehr, macht mehr Freude. Dafür das nächste Mal ohne Preisnachlass? Etwas, das ich beim Spaziergang durch die Stadt sehe? Vielleicht kann ich es per QR-Code isi:Snap spontan aus dem Schaufenster kaufen? Ohne die lästige Sucherei im Netz? Schön, weil das Lebensqualität bringt.


Vielleicht kaufe ich auch nicht, geniesse den Moment, die frische Luft? Darum machen auch höhere Preise glücklicher, weil sie Qualität vor Quantität setzen. Wenn wir nicht mehr des Kaufens willen kaufen, sondern weil uns etwas gefällt und in diesem Moment glücklich macht. Auch wenn es klein und unbedeutend erscheint. Die Erinnerung an das Erlebte zählt.










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