• Birdie

Automobil & Emanzipation

Aktualisiert: Juli 20

Heute dürfen sich endlich auch saudiarabische Frauen hinter das Steuer setzen. Bertha Benz; mit ihrer ersten Auto-Fahrt 1888 Mannheim - Pforzheim, hätte sich im Grab umgedreht. Auch Lina Wyler, meine Grossmutter, passionierte Autofahrerin seit den Dreissiger Jahren. Spärlich das öffentliche Verkehrsnetz damals, Fahrrad oder Schusters Rappen. Mit eigenem Geschäft wie Lina Knuchel-Wyler und Ehemann: Ein Auto war praktisch. Sie war resolut, aktiv, neben Ehemann, Söhnen, Geschäft. Das erste Wort des kleinen Päuli, mein Vater, nicht "Mama" nicht "Papa", aber "Auto"! Schliesslich wurde er nach seiner Geburt 1926 mit Mutter und Vater im Auto nach Hause gefahren. Neben Ausflügen zu Fuss, mit Fahrrad, Ausflüge im Auto durch die Schweiz als freudige Anlässe für die drei Knaben. Bielersee, Pässe, Besuche bei Verwandten, Engadin und Übernachtung. Lina als treibende Kraft bestand vor dem Vater die Fahrprüfung in Bern, nicht vergleichbar mit dem beschaulichen Wiedlisbach, ihrem Zuhause. Geschwindigkeitsbeschränkungen, Stoppsignale und mehr. Das spätere Leben meines Vaters: Handelsschule in Solothurn, Aufenthalte in Genf, London, ein Leben unterwegs. Skifahren mit Cousin Marc welcher später die Farbenfabrik in Wiedlisbach gründete, Bekanntschaften aus England und deren Pflege über den Kanal. Per Vespa nach Italien. Die beruflichen Reisen: Italien, Belgien, Luxemburg, Frankreich. Das Leben im mobilen Modus, nichts Verwerfliches. Kein Smog, kein Abgasskandal, keine Maut, kein Stau. Freie Fahrt auf verkehrsarmen Strassen. Heute bevorzugen viele die Bahn, um anzukommen.





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