• Birdie

Die Auferstehung

Aktualisiert: Juli 20

Vor einiger Zeit hatte ich meinen Blog geschlossen. Er passte nicht mehr in mein Konzept. Doch Zeiten ändern sich. Spontan beschloss ich, ihn wieder auferstehen zu lassen. Ein etwas starkes Wort, zumal es sich nicht um Gustav Mahlers 2. Sinfonie handelt, die ich übrigens sehr empfehlen kann. Vor allem die Version des Amateur-Komponisten Gilbert Kaplan ist hörenswert. Dazu gibt es eine weitere Auferstehung - der Roman von Tolstoi - ebenfalls passend für unsere Zeit. Ich hoffe sehr, dass auch wir unsere Auferstehung bald erleben. Nach meiner Schockstarre habe ich mich gefasst. Solange ich keinen Blick in mein Aktien-Portfolio werfe, geht es mir gut. Im Homeoffice bin ich ja bereits. Ebenso bin ich nicht mehr in einem Alter wo man sich die Nächte um die Ohren schlägt. Obwohl kein Couch-Potato, bin ich nicht menschenscheu. Vieles macht jetzt Pause, inklusive die einschlägigen Flirt-Portale. Vor der Öffnung hatte ich meine Beiträge durchgesehen. Dabei sind zwei immer aktuell: Homeoffice und Dress Code. Gerade an letzteres muss ich erinnern. Ob Sie es glauben oder nicht, im Homeoffice ist Dress Code nicht irrelevant. Ich meine, dass sich Krisen gut gekleidet wesentlich besser überstehen lassen. Das nennt man Haltung. Es verhält sich dabei ähnlich wie mit dem am Morgen gemachten Bett. Meine Großmutter wusste schon, dass sich das gut anfühlt. Aber vor allem graute ihr vermutlich davor, dass ihr etwas zustoßen könnte und fremde Menschen in ihrer Wohnung ein ungemachtes Bett vorfinden könnten. Für mich sieht es einfach unschön aus. Ich bin Perfektionistin. Dabei sieht mein Kühlschrank ähnlich aus, ebenso mein Vorrat. An die Verpackungsindustrie: Ich gehöre zu den Konsumenten, die mit den Augen kaufen. Auch eine Milchpackung soll schön sein und sich im Kühlschrank gut präsentieren. Die Etikette nach vorne gerichtet, bitte. Zurück zum Dress Code: Wenn wir zu Hause arbeiten, heißt das nicht, dass es sich im Trainer oder zerknitterten Schlafanzug gut arbeiten lässt. Das ist eine Illusion. Nicht nur, weil der Schlafanzug jetzt zu wenig warm ist, sondern vor allem, weil wir gut gekleidet einfach souveräner sind. Zerknitterte Kleider stehen ohnehin nur Inspektor Columbo. Da wir alle nicht so gut ermitteln und die falschen Fragen stellen, sind wir davon ausgeschlossen. Ab sofort heißt es zuerst früh morgens, die Strategie der passenden Kleidung auszuarbeiten und sich vor den Spiegel zu stellen bevor Sie sich an den Schreibtisch setzen. Dazu gehört auch das Schuhwerk. Ich überlege mir jeweils abends vor dem Einschlafen oder spätestens morgens im Bett was ich anziehe. Die vielen schönen Sachen müssen zum Einsatz kommen. All die Einkäufe zu nachtschlafender Stunde sollen sich gelohnt haben, all die Zweifel ob man etwas behalten oder doch lieber, American Express sagt danke, zurückschicken soll. Da sich die Online Stores heute über jeden Einkauf freuen, tun Sie ihnen den Gefallen, kaufen Sie etwas Schönes zum Anziehen für das Homeoffice. Es gibt viele Angebote zur Zeit. Nutzen Sie die Gunst der Stunde. Dabei ist es nicht so banal wie Sie denken. Die Wirtschaft muss weiter existieren, damit sichern Sie Arbeitsplätze, und alles bekommt einen neuen Sinn. Alle profitieren: Sie sitzen selbstbewusst im neuen Outfit am Schreibtisch und arbeiten voll Elan, und dabei haben Sie vielleicht einen Arbeitsplatz gesichert. So geht Shopping heute. Und: Vergessen Sie die Schuhe nicht. Die gehören zum Outfit, passend bitte. Es müssen keine Overknees sein, wir wollen weder einen Wärmestau noch Schweißfüsse verursachen, ein paar coole Sneakers oder ein paar Tods sind ok, wenn beim eleganten Pump die Füsse schmerzen und DHL die neuen Sandalen noch nicht geliefert hat. Im Übrigen vergessen wir die Füsse gerne. Also bitte regelmäßig pflegen, das kann man auch selbst. Ein Tipp - auch zum online bestellen: Der Roman von Katja Oskamp "Marzahn mon Amour - Geschichten einer Fußpflegerin". Eine tolle Erzählung zu einem nicht so banalen Thema. Schließlich tragen uns die Füsse ein Leben lang. Im Idealfall. Damit das so bleibt, sollen wir ihnen Sorge tragen. Auch mit Qualitätsschuhwerk. Und wenn schon der Roman gelobt wird, auch ein Lob auf meine Fußpflegerin Sabrina von Treasure of Beauty. Wie der Name sagt, Kosmetik, aber Sabrina ist auch eine elegante und sympathische Bezwingerin von Flussproblemen aller Art. Und lackiert am Schluss die Nägel mit Hingabe. Nun ist für heute Schluss. Die Limmat ruft, das schöne kalte Wetter und das Einheitsprogramm. Auch das gehört zur Haltung, der geregelte Tagesablauf auch in Krisenzeiten. Umso wichtiger, dass es sichere Konstanten im Leben gibt, das momentan mehr Unsicherheiten denn je bietet. Und, ja man kann auch in Schönheit sterben. Wenn schon, denn schon. Jetzt erst recht.

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