• Birdie

11.11.2018 und noch ein Jubiläum

Aktualisiert: Juli 20

Eingefleischten Fasnacht-Fans leuchten bei diesem Datum auch dieses Jahr die Augen. Aber 2018 stehen noch andere Jubiläen an: Am 11. November vor 100 Jahren endete der erste Weltkrieg. Die Westmächte Frankreich und Grossbritannien unterzeichneten mit dem Deutschen Reich östlich von Compiègne in einem Eisenbahnwaggon bei Rethondes das erste Waffenstillstandsabkommen. Übrigens: Briten, Franzosen und Belgier gedenken dem 11. November jedes Jahr mit einer Schweigeminute und nicht nur alle hundert Jahre.

Nachdem die Deutsche Frühjahrs-Offensive gescheitert war, man stand quasi mit dem Rücken zur Wand, war die Deutsche Heeresleitung für Friedensgespräche bereit. Die Übermacht der Alliierten war zu stark geworden. Die Friedensbedingungen waren hart und prägten, wie wir wissen, die politische Entwicklung nachhaltig. Zwar dauerte der Friede mit vielen Zwischenfällen immerhin etwas über zwanzig Jahre, positiv ausgedrückt. Negativ ausgedrückt hätte man einen weiteren Weltkrieg mit einem milderen Vertrag vielleicht verhindern können. Aber über soviel Weitsicht verfügte man damals nicht. Heute diskutieren Historiker die Frage wie sehr Deutschland Schuld am ersten Weltkrieg trägt, kontrovers. Die Kriegseuphorie war nicht nur in Deutschland verbreitet, sondern in ganz Europa. Davon zeugten Paraden und Feiern zum Kriegsbeginn aus zahlreichen Europäischen Städten.


Vermutlich werden wir in den Medien wenig über dieses Datum lesen. Nur schon darum, weil positive Ereignisse einfach zu wenig Stoff hergeben. In Zeiten wo Lesedauer, Quoten, Traffic und Clicks zählen, finden solche Ereignisse wenig Raum. Zumindest die Bilanz des ersten Weltkriegs und ihre Folgen dürfte Thema sein. Die medizinischen Erkenntnisse aus dieser Zeit, die vielen Toten, Verletzten und Verstümmelten bieten reichlich Stoff. Auch wenn die Kriegsführung bodenständiger war, sind die Folgen eines Kriegs für Beteiligte und Zivilbevölkerung ähnlich traumatisch. Moderne Waffen ändern daran nichts.

Übrigens wird gerade im 2-monatlich erscheinenden Magazin NZZ Geschichte das Thema ausführlich unter dem Titel "1918 - Das Jahr, das ein Jahrhundert formte" behandelt. Das Magazin ist eine gute Investition, die ich allen Geschichte-Interessierten empfehlen kann! Lohnt sich vor allem im Abo - Peer Teuwsen wird sich freuen!


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